Die Kreativwerkstatt

DSC_0643Die Kreativwerkstatt erregt großes Interesse bei unseren älteren Jugendlichen. Wir bieten hier in unseren Räumen die Möglichkeit zum Basteln, Werken, Musizieren und Malen an.

Hier entstehen aus alten Elektrobauteilen kleine und große Kunstgegenstände. In diesen Workshops soll nicht nur die Kreativität und das Selbstbewusstsein der Jugendlichen gestärkt werden, sondern auch ihr Verständnis für Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein. Im Alltag hat es sich gezeigt, dass dieses Programm auch großes Interesse bei Erwachsenen erzeugt hat, die ihre im handwerklichen Beruf erworbenen Fähigkeiten und Materialkenntnisse an jüngere weitergeben konnten.Daraus entwickelt sich ein Generationen übergreifender Austausch der alle Teilnehmer fasziniert.

Geplant ist, diese noch sehr unorganisierte und nur in sporadischen Zeitintervallen stattfindende Freizeitgestaltung auszubauen, zu einem Kulturen und Generationen übergreifenden Workshop, mit integrativem Hintergrund. Es sollen Kunstgegenstände in geteilten Arbeitsprozessen gefertigt werden, die anschließend ausgestellt oder sogar verkauft werden können.

Zunächst wendet sich das Vorhaben vor allem an Mütter mit jungen Kindern. Sie können bei uns eine angenehme Aufgabe erhalten, die sie geistig fordert aber zugleich nicht belastet. Durch das Anfertigen von Kunstgegenständen in geteilten Arbeitsprozessen, werden aber gleichzeitig zu Kooperation und Austausch angehalten. Ihre Kinder können sich derweil in unserem Spielzimmer aufhalten oder sich am Fertigungsprozess beteiligen.

Diese Mütter bilden als Zielgruppe eine Art Initiator, denn sie sind in der Regel mit anderen Müttern und Familien gut vernetzt. Aus unseren Erfahrungen heraus ziehen Mütter mit jungen Kindern auch häufig ältere Menschen an, die eine sinnvolle Aufgabe und einen sozialen Kontakt suchen. Es entsteht ein Generationen übergreifender Dialog, in dem Erfahrungen, Fähigkeiten und Materialkenntnisse ausgetauscht und weitergegeben werden. Wir wollen diesen Prozess kultivieren und integrativ nutzen!

Aufgrund der verschiedenen Kulturen und Sprachen, die hierbei aufeinander treffen, entwickelt sich automatisch die Sprache Deutsch zu einer gemeinsamen Kommunikationsgrundlage, sodass selbst jene Menschen, die zumeist von den eigenen Landsleuten umgeben sind, nach unseren Erfahrungen ihre Deutschkenntnisse spürbar verbessern. So können wir zusätzlich aufbauend zu den integrativen Projekten anderer Behörden und Organisationen, Deutschkenntnisse fördern und Integration stärken.

Ziel ist es die tristen und morbiden Lebensumstände von Flüchtlingen in ihren Unterkünften aufzulockern und ihre dramatischen, wenn nicht traumatischen Lebensumstände abzufedern, damit sie Stabilität und Struktur für den weiteren Verlauf erlangen. Ihre persönliche und soziale Situation soll sich durch den ungezwungenen Austausch mit anderen verbessern und die Umstände ihrer Flucht gegebenenfalls aufgearbeitet werden. Natürlich spielt hierbei der Kontakt zu Menschen, die bereits hier Leben eine entscheidende Rolle. Sie werden ihre Deutschkenntnisse verbreiten und die Integration der Neuen in unserem Land erleichtern.

Dazu wird auch die Kooperation mit anderen Vereinen, Organisationen und Behörden notwendig sein, die uns mit Sozialarbeitern, Psychologen und Betreuern beraten und unterstützen. Denn wir sind in unsren Mitteln hier noch begrenzt. Jedoch spielen die Erfahrungen unserer Vereinsgründer, dem Ehepaar Kis und ihren Mitstreitern, eine tragende Rolle, denn sie schaffen es immer wieder in bemerkenswerter Weise, den Menschen mit solch dramatischen Lebensläufen auf einer Augenhöhe zu begegnen und sich den Respekt und die Anerkennung zu erwerben, die es für die Durchführung unseres Vorhabens braucht. Wir nennen dies Konzept , Integration durch Integrierte

Weiterführend planen wir bei einer Erfolgreichen Umsetzung des Projektes, die Errichtung eines „interkulturellen Kunst Cafés“ in dem die Kunstgegenstände ausgestellt werden sollen und gleichzeitig Migranten und Migrantinnen erste berufliche Erfahrungen sammeln könnten. Des weiteren wollen wir ein Gartenprojekt in der Nähe unserer Einrichtung realisieren, dass kongruent zur Kunstmanufaktur arbeiten könnte. Das Projekt soll sich im Laufe der drei Jahre geplanter Förderung selbst tragen können und hoffentlich beispielgebend für andere Organisationen werden.